VILLA BOREAL · BERGLYK 8 · BOCKHOLM · FLENSBURGER FÖRDE
Diese Region hat etwas, das man nur hier bekommt: Rum, der seit Jahrhunderten aus der Karibik hierher segelte. Käse, der zu den besten der Welt zählt. Bier, das mit einem Plopp beginnt. Und ein Kaffee, in dem Rum versteckt ist – damit es der Pastor nicht merkt.
~19 km von Berglyk 8 bis Flensburg Altstadt · Alle Preise ca.-Angaben · Stand 2025/2026
»Kein anderer Ort in Deutschland vereint karibische Rumkultur, nordfriesische Handwerksküche, skandinavisches Genussgefühl und dänische Grenzmarktatmosphäre auf so engem Raum wie die Flensburger Förde.«
Flensburg ist die einzige Rumstadt Deutschlands – seit dem 18. Jahrhundert segelten Schiffe direkt von der dänischen Kolonie Westindien in den Hafen und brachten Rum und Zucker mit. Heute sind noch zwei historische Rumhäuser aktiv. Dazu kommt Käse, der bei den World Cheese Awards unter den Top 16 der Welt rangierte, Craftbier direkt am Hafen und auf der anderen Seite der Förde: Dänemark mit Lakritz, Marmeladen und heißem Hot Dog.
Seit 1755 segeln Schiffe von der Karibik direkt in diesen Hafen. Zwei Manufakturen halten die Tradition lebendig.
Das Braasch Wein- & Rumhaus in der malerischen Roten Straße gehört zu den fotografiertesten Fassaden Flensburgs – und ist weit mehr als ein Laden. In den historischen Braasch-Höfen (Keller aus dem 13., Haus aus dem 16. Jahrhundert) hat Destillateurmeister Walter Braasch 2014 das Rum Manufaktur Museum neu eröffnet: eine private Sammlung über den transatlantischen Dreieckshandel, die Flensburger Rumgeschichte und die Produktion von Zucker und Rum.
Das Herzstück ist der Braasch Rum Klassik 'nach Chef-Rezept' – eine Formel, die Walter Braasch von seinem Lehrmeister Alfred Ritter überliefert bekam und die einst ausschließlich für besondere Gäste gemischt wurde. Seit 1998 wird sie wieder hergestellt. Besonders wertvoll: der Privat Rum 'Martinique & Jamaica', ein tropical & continental aged Blend aus einem Panama-Fass.
Seit 1878 ohne Unterbrechung aktiv – und damit das älteste Rumhaus, das den Niedergang des Flensburger Rumhandels im 20. Jahrhundert überlebte. Martin Johannsen, Urenkel des Gründers, führt das Haus heute mit seiner Frau Astrid Schlesinger. In der gemütlichen Hökerei gibt es knapp ein Dutzend Rum-Eigenprodukte zu kaufen und zu verkosten. Der Senior enthält Rum, der seit 1965 in der Marienburg lagert.
Zwei buchbare Stadtführungen vertiefen die Rum-Geschichte lebendig: Die Tour 'Rum und Meer' (ab Schifffahrtsmuseum, ~1,5 Std., buchbar über k3.de) führt vom Hafen über das Nordertor und den Westindienspeicher zum Rumhaus Johannsen. Die Tour 'Flensburgs südliche Altstadt & Rumgeschichte' (Touristinformation) schließt einen Besuch bei Braasch inklusive Probe ein.
Die nördlichste Brennerei Deutschlands liegt direkt vor der Haustür von Villa Boreal. Seit 2003 als Kleinmosterei gestartet, produziert die Dolleruper Destille seit 2014 ein bemerkenswertes Spektrum: Whisky aus regional geernteter Angeliter Gerste, Rum aus echtem Zuckerrohrsaft in ausgebrannten Eichenfässern, Gin mit nordischen Botanicals.
Der Neptuns Rum trägt den Namen der Neptunus, dem ersten Schiff, das 1755 Rum in den Flensburger Hafen brachte. Im Hofladen ist Verkosten vor dem Kauf ausdrücklich erwünscht.
Zwei sehr verschiedene Brauereien, ein gemeinsamer Anspruch: Bier als Ausdruck dieser Stadt.
Das unverwechselbare 'Plopp' des Bügelverschlusses ist der kulinarische Soundtrack Norddeutschlands. Seit 1888 braut die Flensburger Brauerei mit Wasser aus einer Eiszeit-Quelle, die Schmelzwasser aus Skandinavien führt. Brauereibesichtigung möglich: Gär-, Filter- und Lagerkeller, spektakuläre Bügelflaschen-Abfüllanlagen.
Hansens Brauerei sitzt in einem denkmalgeschützten Gemäuer direkt am Flensburger Innenhafen – dem ältesten Rumhaus der Stadt. Seit 1990 wird hier Craft Beer gebraut, in kleinen Chargen. Im Sommer: Biergartenterrasse mit direktem Blick auf die Förde.
Seit 2021 gibt es in Glücksburg endlich ein eigenes Brauhaus. Das LYKKE-Bier (dänisch für 'Glück') wird von Braumeister Stefan Uphoff in Handarbeit gebraut. Probierbrett mit 2-6 Sorten frei wählbar. Auf der Speisekarte: Backensholzer Deichkäse auf der Brauhausplatte, Löstruper Hofbrot, Holsteiner Katenschinken.
Seit Oktober 2024 hat der James Farm Market alles unter einem Dach: Hofladen mit Frischetheke voller Käse, Fleisch und Wurstwaren von der James Farm Hörup, eine gläserne Bio-Bäckerei – und die James Farm Brewery. Das hauseigene Bier Farm Rebels steht für Handwerk in kleinen Chargen, mit Hopfen von der eigenen Farm.
Rohmilchkäse, der bei den World Cheese Awards unter die Top 16 der Welt kam – und ein Biohof direkt nebenan.
Diese Hofkäserei zwischen Schleswig und Husum ist das kulinarische Geheimnis Schleswig-Holsteins. Seit 1989 streng nach Bioland-Richtlinien, seit 1991 handwerkliche Rohmilchkäse aus hofeigener Milch. Jeder Käse ist ein Unikat. Bei den World Cheese Awards rangierte der Deichkäse unter den 16 besten Käsen der Welt aus über 4.400 Einreichungen.
Die James Farm wurde 2021 auf 5 Hektar Hofanlage mit 176 Hektar Weide- und Futterflächen neu geplant – das konsequenteste Farm-to-Table-Konzept der Region. In der hofeigenen Käserei entstehen Schnittkäse, Edelschimmelkäse und Salzlakenkäse. Große Glasfronten erlauben Einblicke in die Produktion.
Direkt nebenan in Munkbrarup liegt Biohof Svensteen – täglich geöffnet, kein Umweg nötig. Frische Bio-Eier, Kartoffeln vom Feld, Fleisch, saisonales Gemüse und regionale Erzeugnisse direkt vom Hof. Ideal für die morgendliche Versorgung.
Die WikingerGold Imkerei in Langballig produziert lokalen Förde-Honig aus einer der schönsten Bienenlandschaften Norddeutschlands – Wildblumenwiesen, Küstenheide, Obstblüte. Ein unvergleichliches Mitbringsel mit echter Herkunft.
Direkt vom Boot, aus der Räucherei, am Hafen oder auf dem Markt – so schmeckt die Förde
Im kleinen Fischerhafen Langballigau legen die Kutter der Familie Lehuniak an – ein seltenes Überbleibsel echter Küstenfischerei. Scholle, Dorsch, Hering, Flunder – je nach Saison und Fang. Kein Laden: einfach anrufen, abholen, bezahlen.
Die Flensburger Fischkate in Mürwik ist die klassische Fischanlaufstelle der Region: Frischfisch, Räucherfisch in verschiedenen Varianten, Fischplatten, Salate und Fischbrötchen zum Mitnehmen. Google regelmäßig bei 4,7 von 5 Sternen.
Am Flensburger Museumshafen, direkt neben den historischen Segelschiffen, steht eine unscheinbare Holzhütte – und davor im Sommer eine Schlange, die bis zur Hafenspitze reicht. Ben's Fischhütte ist die beliebteste Fischbrötchen-Adresse der Stadt. Einfach, direkt, ohne Schnörkel.
Die Flensburger GOSCH-Filiale an der Hafenspitze bietet den schönsten Blick auf die Förde aller Fischrestaurants der Stadt. Drinnen und draußen, Mi–So ab 11 Uhr. Vom GOSCH-Fischbrötchen bis zur Austernplatte.
Jeden zweiten Sonntag im Monat von März bis Oktober verwandelt sich die Hafenpromenade in einen Fischmarkt mit direktem Kutter-Verkauf. 9 bis 18 Uhr, mit Fischbrötchen, Livemusik und Blick auf die Museumsschiffe.
In derselben malerischen Gasse wie das Braasch Rumhaus: ein kleines Fischrestaurant mit Charakter. Die Fischbrötchen heißen hier »Rote Straße« und »Grüner Flensburger«, dazu gibt es einen nordischen Tapasteller.
20 Minuten Fahrt, und schon ist man in einer anderen Genusswelt: Lakritz, Marmeladen, Schnapsbrenner und Hot Dogs mit Weltruf.
Der ScandiPark in Handewitt ist kein normaler Supermarkt. Auf 2.500 m² finden sich skandinavische Spezialitäten, die in Deutschland kaum erhältlich sind: dänische Lakritze in Büchsen, Den Gamle Fabrik-Marmeladen in Dutzenden Sorten, Galle & Jessen-Brotbelag, norwegisches Waffelpulver, dänischer Käse und Spirituosen.
Seit 1936 werden hier täglich rund 1.000 dänische Hot Dogs verkauft. Angela Merkel war da. TV-Teams aus aller Welt. Im Marco Polo als Insider-Tipp gelistet. Der Blick auf die Ochseninseln und auf Glücksburg gegenüber ist spektakulär. Daneben: Fjordens Perle (hausgemachte Burger-Frikadellen, seit 2014).
Gråsten (Gravenstein) ist die Sommerresidenz des dänischen Königshauses und bekannt für den historischen Schlossgarten und den lokalen Gravenstein-Apfel – seit dem 18. Jahrhundert angebaut. In der Saison (August–September) gibt es ihn direkt vom Hof.
Nordfrieslands Nationalgetränk
Die Geschichte klingt zu gut, um erfunden zu sein: Auf der nordfriesischen Insel Nordstrand bewirtete ein Bauer bei einer Taufe seine Gäste mit Kaffee, heimlich verstärkt mit braunem Rum. Als der Pastor – ein bekannter Abstinenzler – das entdeckte, rief er empört: 'Ihr Pharisäer!' Der Name blieb. Die entscheidende Regel: Die Sahne nie umrühren.
Trinken ohne Löffel – durch die Sahne hindurch.
Die wichtigsten Adressen auf einen Blick, sortiert nach Entfernung ab Berglyk 8
Rum, der seit Jahrhunderten aus der Karibik in diesen Hafen segelt. Käse, der die Welt besiegt. Und ein Kaffee, in dem der Rum versteckt ist – das ist die Flensburger Förde.
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